Sonntag, 9. Mai 2010

Was schreibt man an dieser Stelle?

Das Ende unserer Reise durch Australien steht kurz bevor, doch anstelle nach Hause zu fahren haben wir noch sehr spannende 4 Wochen in Neuseeland und Südkorea. Ist es also angebracht, ein klitzekleines bisschen sentimental zu werden oder überwiegt die Freude, wieder ganz Neues und Unbekanntes zu entdecken?

Ich weiß es nicht ...

Fangen wir einfach mal ganz geordnet an und knüpfen ans Ende des letzten Beitrages an. Wir waren in Airlie Beach. Fühlt sich an wie gestern und morgen zugleich, das Erlebte wird vom Gehirn hinter die neueren Erlebnisse eingeordnet, aber der Bauch guckt immer noch vom Balkon auf die Bucht, sieht die vielen Segelboote im Wasser treiben und füttert Kakadus mit Toast.
Airlie Beach war an sich ganz nett, recht klein, mit einer sehr schönen Badelagune am Meer und sehr vielen Backpackern, die überall in der Stadt herum wuselten.
Wir hatten ein sehr feines Hostel mit Meerblick, von unserem Balkon aus konnte man über die gesamte Bucht gucken, wir hatten zwei Pools und einen beheizten Whirlpool, ebenfalls mit Meerblick. Unser 5er Zimmer haben wir uns übrigens mit 3 Jungs geteilt, die dieses Jahr Abitur gemacht haben. In Rheinlandpfalz ist man schon im März fertig, die reisen jetzt 5 Wochen vor dem Zivi ... das erste Mal, dass ich nicht der Jüngste war. =)



Hier fand dann auch unsere letzte Tour statt, es ging zum Ocean Rafting um die Whitsundays. Da es schon in Cairns zu regnen anfing und erst in Rainbow Beach wieder sonnig werden sollte, haben wir uns darauf eingestellt, sehr nass wieder nach Hause zu kommen.
Das ist übrigens das Gute am Rafting - man wird eh nass, also findet es auch bei Regen statt bzw. macht dann erst Spaß ;-)
Wir haben erst ein wenig geschnorchelt, die letzten Ausläufer des Great Barrier Reefs waren hier zu erkunden und uns am Ende noch das eigentliche Highlight angeguckt, den Whiteheavenbeach, der allerdings nur so richtig bei Sonne und Ebbe und keine Ahnung was beeindruckend ist, sonst nicht mehr als ein kleiner Sandstreifen, wir fanden ihn ziemlich blöd.
Dafür war das Fahren auf dem Boot umso lustiger, die Wellen um uns herum waren höher als das Boot und wir sind ganz geschmeidig auf den Wellen gesurft, sind sie rauf und runter gefahren und wenns sein musste, auch einfach mal quer durch. Hat das ganze Boot geflutet, ein Seil über Board geschwemmt und einfach jeden durchnässt, großer Spaß! Hätte ich die Wahl, ich würde den ganzen Tag mit dem Boot fahren und den blöden Strand auslassen.
Dank unserer neuen Kameraschutzhülle konnten wir massig Bilder und Videos machen, da wir jedoch nicht mehr über gratis Internet verfügen gibt es diesmal keine Videos zu sehen.



Als wir eines Morgens mal auf unserem Balkon gefrühstückt haben, saß ein sehr aufmerksamer Kakadu in der Palme gegenüber und beobachtete uns. Nachdem wir fertig waren, haben wir ihm einen Rest Toastbrot auf den Rand des Balkons gelegt und keine 20 Minuten später hatten wir 8 Stück um uns rumfliegen, alle mit nem Stück Toast in den Klauen. Einer hat sich sogar vorgedrängelt und sich einfach auf meine Schulter gesetzt um schneller an seinen Teil zu kommen. Man sieht, unser Verhältnis hat sich verbessert, sie beißen mir nicht mehr in den Fuß. Schon mal positiv.



Nach 3 Tagen ging es dann auch von Airlie Beach schon wieder weiter nach Rainbow Beach, wo wir angedacht hatten, einen Surfkurs zu machen. Haben wir dann wieder verworfen, sind stattdessen einfach so in den Wellen spielen gewesen und haben lieber völlig gratis eine riesige Düne bestiegen, die allerdings lange nicht an die in Frankreich rankommt!
Waren entspannte Tage, viel mehr ist nicht passiert, deshalb schreib ich schnell weiter von Brisbane!



Brisbane hingegen - auch nicht viel spannender. :D
Wir haben hier zufällig zwei Bekannte aus Darwin wiedergetroffen und auch Konrad dazu bewegen können, in unser Hostel einzuchecken, so dass wir doch immer mal wieder nen bekanntes Gesicht gesehen haben. Konrad konnte ich dann auch endlich seinen Pulli zurückgeben, den hatte er nämlich in Cairns vergessen und da wir noch ein wenig länger dort waren, hab ich ihn einfach eingepackt. Dafür reist jetzt Lisas Handtuch mit ihm durch Thailand, das hat Lisa anschließend in Brisbane an seinem Bett hängen lassen...
Da Hostels öfters Geld dafür verlangen, Gepäck bis zur Abfahrt zu lagern, verfrachten wir es meistens auf Zimmer von Freunden, deshalb hing auch Lisas Handtuch zum Trocknen an seinem Bett.



Von Brisbane ging es dann erst 2 Stunden mit Bus und Bahn zu dem Flughafen der nächstgrößeren Stadt, denn von da konnte man billiger nach Melbourne fliegen. Kurz nach Mitternacht kamen wir dann in Melbourne an und haben es gegen halb zwei ins Hostel geschafft, nachdem wir noch ne halbe Stunde durch die Stadt laufen durften, nachts um eins.
Während der Fahrt vom Flughafen in die Stadt haben wir mit Christian telefoniert, der auch in Melbourne ist und seine letzten Tage dort verbringt, im Gegensatz zu uns allerdings noch über ein Auto verfügt und mit uns am nächsten Tag nochmal was unternehmen wollte.
Haben uns dann darauf geeinigt, zu ner kleinen Wanderung ins Melbourner Hinterland zu fahren, war nochmal nen echt schöner Tag, haben unser letztes wildes Känguru gesehen und abends zusammen bei uns im Hostel gekocht.



An einem Tag haben wir noch an einer Studie der Universität Sydney teilgenommen, bei der es darum ging, die Wege, Ziele und Art der Fortbewegung von Touristen in Melbourne zu erforschen, in dem man an einem normalen Tag mit nem GPS-Gerät rumläuft, das den Weg speichert. Das Ergebnis war, dass wir schlappe 12km in 4 Stunden zu Fuß in der Stadt zurückgelegt haben und dabei hauptsächlich auf den großen Straßen geblieben sind. Dafür gab es dann nen $30 Gutschein. In den letzten Tagen nochmal Geld verdient, eiskalt!
Wurde dann größtenteils in warme Sachen gesteckt, wir haben uns mit Fleecepullis und dicken Socken eingedeckt, damit man schon mal eine wärmere Basis hat, dazu noch eine Regenjacke, für den Fall, dass es hier tierisch regnet.



Zwischendurch kam auch Julian in Melbourne an, hat nach ner Nacht in nem anderen Hostel bei uns eingecheckt, wir waren zusammen noch einmal im Superschwimmbad in Melbourne und haben auf Julians Rat ein Museum in Melbourne besucht, natürlich gratis, das von der Geschichte und Entwicklung von heutigen Medien erzählt hat. Uns haben vor allem die Spiele Interessiert (vom ersten Tetris, über ein Fußballspiel der 90er bis hin zu ner Wii konnte man alles spielen, echt sehr lustig). Noch spannender war nur der Matrixvideoraum, die Videos dafür verlinken wir mal, auch sehr lustig:

Video 1
Video 2
Video 3
Video 4
Video 5

Die Stunden verrinnen und schließlich mussten wir all unsere Sachen wieder reisefertig verpacken, was nicht so leicht war, wie es sich anhört, denn warme Sachen nehmen leider Gottes einfach viel mehr Platz weg als die Sommervarianten.



Am nächsten Morgen ging es dann für uns zum Flughafen, einchecken (aktuelles Gewicht unserer Rucksäcke: Justus 18,5kg - Lisa 20,4kg - Julian 23,3kg) und wieder mal auf nen Flug warten. Wir hätten echt in so nen Bonusprogramm einsteigen können, hätte sich bestimmt gelohnt!
Der Flug anschließend war echt sehr angenehm, gute 3 Stunden Flugzeit mit Mittagessen (Ich bekam veganisch!), Getränken („Eine Cola und ein Bier hätte ich gern“ - „Sehr gerne, welches Bier darf es sein?“ - „Hmm ...“ - „Ach, nehmen sie einfach beide.“ :-)) und aktuellen Kinofilmen, Lisa und ich haben uns Avatar angeschaut, der nur ca. 10min kürzer war als der Flug - perfekt.

So kamen wir schließlich in Neuseeland an, bekamen problemlos unser Visa und auch der Zoll hatte kein Problem mit uns, wie nett.
Mittlerweile sind wir schon 5 Tage in Neuseeland, von Auckland nach Christchurch geflogen und haben die Tour angefangen, doch davon erfahrt ihr erst in der nächsten Maus!

Viele kalte Grüße aus dem kalten Neuseeland ins kalte Deutschland und eine warme Umarmung senden euch,

Justus und Lisa